Marderarten in Deutschland – wie sie leben und warum das Wissen darüber so wichtig ist
Vor einigen Monaten stand ich wieder auf einem Dachboden, in dem die Bewohner nächtelang Geräusche gehört hatten. Während ich mich zwischen Balken und alter Dämmung durchbewegte, sah ich eine typische Spur: feine Trittabdrücke, ein paar Fruchtkerne – und der charakteristische Geruch. „Was für ein Marder ist das eigentlich?“, fragte der Hausbesitzer. Genau diese Frage begegnet mir seit über 20 Jahren regelmäßig.
Ich bin Ivan Knezovic, Gründer von SuperExpel und Geschäftsführer der ASV Pest Control GmbH. In dieser Zeit habe ich in ganz Europa Einsätze begleitet – und dabei gelernt, dass jede Marderart ihre eigenen Gewohnheiten, Schwachstellen und Besonderheiten hat. Wer versteht, welche Art man vor sich hat, löst Probleme schneller, nachhaltiger und ohne unnötige Risiken.
Welche Marderarten in Deutschland wirklich eine Rolle spielen
Biologisch gesehen gibt es zahlreiche Marderarten weltweit – vom Vielfraß bis zum Fischotter. Doch in der Praxis, besonders rund um Häuser und Gärten, konzentriert sich meine Arbeit fast ausschließlich auf zwei Arten. Jede davon bringt eigene Herausforderungen mit sich.
- Der Steinmarder – der „typische Hausmarder“, Nachtjäger und Dachbodenbesucher.
- Der Baummarder – scheuer, waldaffiner und so gut wie nie im Wohnhaus.
Eine wichtige Grundlage, um die Tiere richtig einzuschätzen – und um Schäden zu verhindern. In meinem Beitrag Sind Marder gefährlich? erkläre ich, warum bestimmte Arten eher in Häuser gehen, andere aber kaum Kontakt zu Menschen haben.
Steinmarder – der häufigste „Mitbewohner“
Wenn irgendwo Kabel angeknabbert, Dachziegel verschoben oder Zwischendecken verunreinigt sind, handelt es sich fast immer um den Steinmarder. Er lebt gerne in unmittelbarer Nähe des Menschen. Ich sehe ihn in Garagen, Gartenhäusern, Dachstühlen – und häufig auf Fahrzeugen.
Typische Merkmale:
- weißer, gegabelter Kehlfleck
- graubraunes Fell
- lebt gerne in Siedlungsbereichen
- nutzt enge Spalten, Lüftungsrohre, offene Dächer
Wenn er sich einmal wohlfühlt, besucht er den Bereich regelmäßig. Auch deshalb funktioniert der Einsatz von Fallen nur selten – mehr dazu im Artikel Marderfalle.
Baummarder – selten, aber nicht minder interessant
Baummarder sind wunderschöne Tiere. Ich treffe sie vor allem bei Einsätzen am Waldrand oder auf Hofanlagen mit viel Natur. Sie meiden Gebäude weitgehend.
Typische Merkmale:
- gelblicher, weich verlaufender Kehlfleck
- dunkleres, seidiges Fell
- scheu und kaum in Siedlungen
Für Hausbesitzer ist das eine gute Nachricht: Baummarder verursachen nur selten Gebäudeschäden.
Wie sich die Arten unterscheiden – praktischer Vergleich
| Eigenschaft | Steinmarder | Baummarder |
|---|---|---|
| Lebensraum | Dörfer, Städte, Dachböden, Autos | Wälder, Parks, wenig Kontakt zu Häusern |
| Kehlfleck | weiß, stark abgegrenzt | gelblich, weich verlaufen |
| Geräusche / Spuren am Haus | sehr häufig | fast nie |
| Gefahr für Haus & Auto | hoch | gering |
Warum die genaue Artbestimmung so wichtig ist
In meinen Einsätzen beginnt jede Problemlösung mit einer Analyse: „Welcher Marder ist das?“ Denn die Antwort beeinflusst:
- welche Schlupflöcher infrage kommen
- ob Vergrämung sinnvoll ist
- wie schnell der Befall wiederkehrt
- welche Schutzmaßnahmen dauerhaft wirken
Für Steinmarder etwa ist eine Vergrämung mit SuperExpel äußerst effektiv, während Baummarder meist gar nicht erst in Häuser gelangen. Bei hartnäckigen Fällen nutze ich denselben Ansatz wie bei Befällen im Dachboden – siehe Marder im Haus.
Wie ich vor Ort entscheide, welche Strategie funktioniert
Bei jedem Einsatz stelle ich mir dieselben Fragen:
- Wie sehen die Spuren aus?
Fellreste, Kot, Anknabberstellen verraten viel. - Wo bewegt sich das Tier hauptsächlich?
Garten, Garage, Dachboden? - Handelt es sich um Revierverhalten?
Typisch für Steinmarder.
Erst wenn das geklärt ist, entscheide ich über Vergrämung, bauliche Maßnahmen oder weitere Schritte.
Häufige Fragen zu Marderarten
Der Steinmarder – er lebt häufiger in Gebäuden und zeigt wenig Scheu vor Menschen.
Ja: Der Kehlfleck ist der wichtigste Unterschied. Weiß = Steinmarder, gelb = Baummarder.
Nein, aber Steinmarder tun es häufiger. Baummarder meiden Menschen stärker.
Fast ausschließlich der Steinmarder.
Für Gebäude ja – der Steinmarder ist deutlich problematischer.
SuperExpel wirkt zuverlässig bei Steinmardern. Baummarder müssen selten vergrämt werden.


