Marder im Haus – ein Versicherungsfall?

 

Marder verursachen besonders im Sommer Schäden an Fahrzeugen und Häusern. Die nachtaktiven Tiere lieben es, ihre Reviere zu markieren. Kommen sich dabei zwei Marder in die Quere, leiden Auto und Dachboden noch mehr. Wie erkennt man Marder und ihre typischen Schäden? Welche Marderschäden werden durch eine Versicherung abgedeckt und kann man schon im Vorfeld Abhilfe schaffen?

Marder im Hause VersicherungEinen Marder erkennen

Bei Marder handelt es sich um Untermieter, die niemand im Haus oder am Auto haben möchte. Wenn nachts vom Dachboden Lärm und Geräusche kommen oder am Fahrzeug unerklärliche Schäden auftauchen, wird es Zeit, dem Übeltäter auf die Spur zu kommen. Am einfachsten ist das, wenn man die Hinterlassenschaften eines Marders im Haus untersucht. Dazu gehört die Losung des Marders, was das Fachwort für Kot ist. Marderkot hat eine längliche, wurstartige Form. Es befinden sich oft Reste aus der Nahrung darin, wie Haare, Obstkerne, Samen oder Federn. Die Enden der acht bis zehn Zentimeter langen Wurst sind oft zu einer Art Spitze gedreht. Marderkot und Marderurin sind am intensiven, unangenehmen Gestank erkennbar. Spuren von Aas und Löcher in der Isolierung sind weitere untrügliche Anzeichen für einen ungebetenen Besuch. Bei einem Marder im Haus bringt es nichts, zu versuchen, das Tier einzufangen. Sie sind meist nachts unterwegs und blitzschnell. Am Auto finden sich Marderspuren in Form von Pfotenabdrücken auf der Motorhaube oder dem Dach. Immer wieder werden Hausmittel vom WC-Stein bis zu Hundehaaren, die jedoch wirkungslos sind, empfohlen. Einen Marder vertreiben kann man nur mit professionellen Vergrämungsmitteln.

Typische Marderschäden

Marder sind Klettertalente, sie können bis zu zwei Meter weit springen und schaffen es, durch minimale Öffnungen unters Dach zu gelangen. Sie können sogar Dachziegeln zur Seite schieben. Marder im Haus sind Hygieneschädlinge. Kot, Urin, aber auch unentdecktes Aas können Ungeziefer anziehen, was derart zur Plage werden kann, dass nur der Besuch des Kammerjägers das Problem lösen kann. Da Marder im Haus bevorzugt im Dachgeschoss Quartier beziehen, graben sie sich gerne in die Dachisolierung beziehungsweise in deren Tunnelgänge. Unterspannbahn und Zwischendecke kommen dabei meist ebenfalls zu Schaden. Die Isolierung wird nass, die Dämmwirkung geht verloren. Durch die so entstehenden Wärmebrücken entweicht die warme Luft. Dadurch schnellen Heizkosten in die Höhe und auch die Entwicklung von Schimmel wird begünstigt. Das ist besonders bei unbeheizten Dachböden der Fall, die nicht ausgebaut sind. Wenn ein Marder sich am Auto zu schaffen macht, sind meistens Zündkabel, die Schläuche für Kühlwasser und Scheibenwaschwasser, alle anderen Kunststoffschläuche, Faltenbälge an Antriebswellen und an der Lenkung, Stromleitungen inklusive Isolierung und sogar Bremsschläuche und Kraftstoffleitungen befallen. Sind die Zündkabel beschädigt, läuft der Motor nicht mehr rund und in Folge schädigt unverbrannter Kraftstoff den Katalysator. Gummiteile und -manschetten, die betroffen sind, schädigen Antrieb, Achsen und Teile der Lenkung. Wenn Kühlwasserschläuche vom Marder angenagt wurden, wird der Motor zu heiß.

Schäden am Auto zahlt die Teilkasko Versicherung

In Deutschland werden jedes Jahr rund 230.000 Marderschäden an Fahrzeugen gemeldet. Autos werden dabei meist bei Revierkämpfen zweier Männchen in Mitleidenschaft gezogen. Beim Abschluss einer Teilkasko Versicherung ist darauf zu achten, dass durch Marderbisse verursachte Schäden im Versicherungspaket eingeschlossen sind. Noch besser ist dergenerelle Zusatz Tierbisse, denn auch Katzen und Ratten können kräftig zupacken. Die meisten Policen decken Tierbisse ab, es gibt aber auch Versicherer, die einen Aufpreis verlangen. Bei vielen Versicherern beträgt die Selbstbeteiligung 150 Euro und die Reparatur des ursprünglichen, durch den Marder verursachten Schaden ist in der Regel in dieser Preisklasse und darunter angesiedelt. Diese kleinen Beschädigungen werden meist erst dann bemerkt, wenn größere Probleme auftauchen, wie etwa ein Defekt am Katalysator und Bordelektronik oder zerbissene Zündkabel. Diese Folgeschäden sind jedoch oft nicht mitversichert, die Grenze liegt bei vielen Tarifen bei 1500 bis maximal 3000 Euro. Ersetzt werden von der Versicherung nur noch die unmittelbar betroffenen Teile. Dennoch gehen viele Versicherte komplett leer aus, denn die immer beliebter werdenden, günstigen Basistarife zahlen überhaupt nicht mehr bei Marderschäden.

Schäden am Haus

Die Hausratversicherung deckt in der Regel keinen Schaden ab, den ein Marder im Haus verursacht. Für die Absicherung eines Eigenheimes ist die sogenannte Wohngebäudeversicherung zuständig. Hier werden Schäden abgedeckt, die durch Sturm, Hagel, Feuer oder Wasser entstehen. Die Kosten, die durch einen Marder im Haus verursacht werden, trägt diese Versicherung nur dann, wenn eine erweiterte, Police besteht, die Schäden durch Wildtiere, zu denen auch Marder zählen, mit einschließt. Ist dieser Schutz im Versicherungsvertrag nicht dabei, sollte der Anbieter kontaktiert werden und gegebenenfalls der Marderschutz in die Police der Versicherung integriert werden. Denn Reparatur-und Reinigungskosten gehen bei Marderbefall ganz schön ins Geld. Verglichen mit diesen Kosten ist es also günstiger, der Versicherung einen kleinen Aufpreis für Marderschäden in der Police zu bezahlen. Bevor eine Reparatur veranlasst wird, muss der Schaden der Versicherung gemeldet werden.

Effektiver Marderschutz beugt vor

Zum Versicherungsfall muss es aber gar nicht erst kommen, wenn rechtzeitig Maßnahmen zur Abwehr und Vergrämung des Marders im Haus oder am Auto ergriffen werden. Den Marder auf eigene Faust zu fangen und zu jagen, ist strafbar. Denn die Tiere unterliegen in Deutschland dem Jagdrecht, nur wer einen Jagdschein hat, darf so gegen Marder vorgehen. Auch Lebendfallen sind nicht erlaubt. Haus-und Autobesitzern bleiben also nicht viele legale Mittel gegen Marder. Zuerst gilt es, potenzielle Einschlupflöcher des Marders zu entdecken und zu verschließen. Da das nicht immer komplett gelingt, bieten sich mechanische Barrieren für die Regenrinne an oder Vergrämungsmittel, die auf der Basis von Ultraschall und Elektroschocks arbeiten. Wer das Gefühl hat, alleine machtlos zu sein, sollte sich Hilfe von einem Profi für effektive Mardervertreibung und -vergrämung suchen.