Marder im Dach: Was zahlt die Versicherung?

Marder im Dach verursachen in vielen Fällen erheblichen Schaden. Von seinem niedlichen Aussehen sollte man sich nicht täuschen lassen, denn er macht keinen Unterschied zwischen Material, das zur Dämmung und Fassade gehört oder abgestellten Besitztümern der Hausbewohner.

Zu sehen ist ein Taschenrechner mit Rechnung und StiftAls intelligentes Waldtier treibt den Marder im Dach seine Neugier dazu, alles anzufressen, was sein Interesse weckt. Deshalb ist er als Schädling zu betrachten. Da er gesetzlich geschützt ist, darf er nur zu bestimmten Zeiten von befugten Personen gejagt werden.

Alles, was im Innenraum gelagert wird, ist potentiell gefährdet. Denn leider gehören dazu auch beispielsweise Kabel von herumstehenden elektronischen Geräten wie der Musikanlage, die Sie auf der nächsten Party einsetzen wollten, Ihr teures Brautkleid, der Holzrahmen des Ölgemäldes, welches Ihre Oma Ihnen vererbt hat, das Kinderbettchen, in welchem Ihr kommender Nachwuchs schlafen sollte, Ihre Taucherausrüstung – oder ein anderer Gegenstand, der Ihnen am Herzen liegt.

Bei seinem Weg nach Innen hinterlässt der Marder im Dach eine Spur der Verwüstung an Fassade und Dach. Mit seinen scharfen Zähnen beißt er sich durch Dampfsperre, Dämm-Material, Dachsparren und Gauben. Außerdem hinterlässt der Marder unangenehme Gerüche, etwa durch seinen Urin, Kot oder verwesendes Aas. Besonders im Hochsommer, wenn die Paarungszeit ansteht, markieren die Männchen ihr Revier mit Urin. Kommt ein Rivale in das zuvor bereits markierte Revier auf Ihrem Dachboden, trägt es seine eigene Duftmarke wieder mittels Urin auf.

Je nachdem, wie lange das Tier dort schon lebt und ob es sich möglicherweise an schwer zugänglichen Stellen aufgehalten hat, kann die Beseitigung dieser Quellen und die Säuberung des Dachbodens zu hohen Kosten führen. Es kann auch passieren, dass der Marder seine Beutetiere mit nach Hause bringt – und diese ihm in letzter Not noch entwischen. Dann haben Sie unter Umständen noch ein weiteres Tier außer dem Marder im Dach: eine Maus, eine Ratte oder ähnliche lebende Beute, die für weitere unangenehme Überraschungen sorgt.

Versicherung mit oder ohne Selbstbeteiligung?

Die Schäden, die ein Marder an Haus und Dach verursacht, sind also vielfältig. Abhängig vom individuellen Zustand des Dachbodens und eventuell dort gelagerter Gegenstände kann dies zu einer immensen materiellen und finanziellen Schädigung der Hausbewohner führen. Deshalb gilt es, auf jeden Fall eine Wohngebäudeversicherung abzuschließen, welche auch Schäden durch Tierbisse abdeckt. Die Hausratversicherung kommt in diesen Fällen nämlich nicht auf. Gegebenenfalls fragen Sie bei Ihrer Versicherung einmal nach, ob Ihre Police auch eine Klausel für solche Schäden beinhaltet. Auch gilt es individuell zu klären, welche Summen von der Versicherung für Reparaturen und Reinigung übernommen werden. Hat der Marder im Dach bereits Schäden verursacht, müssen Sie dies sofort Ihrer Versicherung melden, bevor Sie an die Beseitigung seiner Verwüstung gehen. Dort steht man Ihnen mit Rat und Tat zur Seite. Der Selbstbehalt beläuft sich in der Regel auf 150,- Euro.

Unter dem Motto „Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste“ kann man die Kosten für den Selbstbehalt auch in die Vorbeugung investieren und sich den Ärger mit dem unliebsamen Hausgast im Vorfeld im doppelten Sinne sparen. Ein simples Mittel ist z.B. der Abwehrring, der mit seinen Stacheln den Marder davon abhält, am Regenabflussrohr hochzuklettern. Außerdem stehen natürliche und elektronische Abwehrmaßnahmen zur Verfügung.