Marder im Dachboden

Folgen, Anzeichen und Maßnahmen zur Bekämpfung

Der Marder ist ein in Mitteleuropa weit verbreitetes nachtaktives Raubtier mit charakteristisch langgestrecktem Körper und kurzen Gliedmaßen. Er hält sich bevorzugt in der Nähe menschlicher Siedlungen auf und sucht in Häusern, insbesondere in wenig benutzten Räumen der oberen Etagen sowie in Kellern und Garagen Unterschlupf, in den er sich tagsüber zum Schlafen zurückziehen kann. Hat sich ein Marder im Dach eingenistet, richtet er dort enorme, mit hohen Kosten verbundene Schäden am Gebäude an, die nicht nur die Räume betreffen, in denen er sich aufhält, sondern auch die Außenfassade und die Isolierung am Dachüberstand. Gleichzeitig ist ein Marder auf dem Dachboden oder in anderen Räumlichkeiten des Hauses auch mit einer hohen Lärm- und Geruchsbelästigung sowie gesundheitlichen Gefahren für den Menschen verbunden. Dass ein Marder im Dach lebt, bemerken viele Betroffene jedoch erst dann, wenn offensichtliche Schäden am Gebäude wie angebissene Leistungen oder Wasseraustritt und in Folge Schimmelbildung auffallen.

Zu sehen ist ein Dachboden welcher durch einen Marder verwuestet worden ist

Der Marder im Dachboden

Steinmarder sind exzellente Kletterer, die über zwei Meter weit springen können und sich gerne hoch oben auf Bäumen und Gebäuden aufhalten. Problemlos gelangen sie von einem Baum aus auf ein Dach, können aber auch Regenrinnen oder Fallrohre als Stütze nutzen und auf diese Weise die Hausfassade emporklettern. Ist die Hauswand rohverputzt, benötigen sie wegen ihrer scharfen Krallen und ihrer wendigen Statur für kürzere Strecken keinerlei Kletterhilfen. Ist der Marder auf dem Dach angelangt, kann er bereits durch kleinste Öffnungen von wenigen Zentimetern Durchmesser ins Innere des Hauses gelangen. Damit ein Marder im Haus Zugang findet, kann er, wenn kein geeignetes Schlupfloch zur Verfügung steht, auch einen losen Dachziegel verschieben und durch die Öffnung in die Innenräume gelangen. Ein Marder im Dach hat sich als Einzelgänger und Raubtier, das sensibel auf Störungen reagiert, in einem nicht bewohnten Raum eingenistet und bleibt dort zunächst meist einige Zeit unbemerkt, schlussendlich kommen die meisten Menschen jetzt auf die Idee das Dach abzudichten, dies ist jedoch genau das falsche Vorgehen.

Der Marder im Haus und die Folgen für die Bewohner

Mit Einbruch der Dunkelheit verlässt der Marder seinen Unterschlupf, um auf die Jagd zu gehen. Von seinen nächtlichen Streifzügen bringt er tierische Beute oder Beutereste mit, die er im von ihm genutzten Raum ablegt. Diese Kadaver sind wie seine Exkremente mit erheblichen Verunreinigungen der Räumlichkeiten verbunden, die für die Bewohner des Hauses zu einer großen Belastung werden. Hält sich ein Marder im Haus auf, benutzt er als reinliches Tier nur einen einzigen Ort als Toilette, wo sich Kot- und Urinspuren mit der Zeit ansammeln und einerseits mit einer hohen Geruchsbelästigung verbunden sind, andererseits zu einem erheblichen hygienischen Problem werden. Ein Marder im Dach ist nach einiger Zeit durch den strengen Geruch nach Fäkalien und verwesendem tierischen Material nicht mehr zu ignorieren und führt für die Betroffenen zu einer erheblichen Einschränkung der Lebensqualität. Die eingeschleppten Beutereste ziehen Maden, Fliegen und andere Schädlinge an, die sich im Zuge der Verwesung rasant vermehren und auch in bewohnten Räumlichkeiten schnell zu einer regelrechten Plage werden. Gleichzeitig sind die Exkremente, die der Marder auf dem Dachboden oder im Keller hinterlässt, Herde für Krankheitserreger, von denen für den Menschen eine große gesundheitliche Gefahr ausgeht. Neben der Geruchbildung wird auch der mit dem Marder im Dach verbundene Lärm für die Bewohner zu einer erheblichen Belastung. Wenn die nachtaktiven Tieren von ihren Beutezügen in ihre Verstecke zurückkehren, sind in den darunter liegenden Räumlichkeiten Kratzgeräusche, Poltern und Krabbeln sowie der Lärm, der sich durch das Anknabbern von Gegenständen und Isoliermaterial ergibt, in den frühen Mordenstunden nicht zu überhören. Damit ist der Marder im Dach in vielerlei Hinsicht mit einer psychischen und gesundheitlichen Belastung der Hausbewohner verbunden.

Der Marder im Garten

Der Steinmarder wird bereits zu einem erheblichen Hygieneschädling, wenn er sich nur auf dem Grundstück aufhält und dort in der Nacht auf Beutezug geht. Grundsätzlich sind Marder, die sich gelegentlich in Gärten auf die Jagd begeben, durchaus als nützlich zu betrachten, da sie Ratten, Mäusen und anderen Nagetieren nachstellen und dadurch ihrerseits zu einer natürlichen Schädlingsbekämpfung beitragen. Problematisch werden die Tiere jedoch, wenn sie sich regelmäßig auf demselben Grundstück aufhalten. Marderkot im Garten, der sich wie im Haus an bestimmten Stellen ansammelt, ist für den Gartenbesitzer äußerst störend. Die Krankheitskeime, die sich an den Haufen von Marderkot im Garten entwickeln und rasant vermehren, können die Erde kontaminieren und bei der Gartenarbeit oder über ungewaschenes Fallobst und Gemüse auf die Hände gelangen.

Teurer Marderschaden an Haus und Auto

Besonders folgenreich sind für die betroffenen Hausbesitzer die erheblichen Schäden, die ein Marder im Dach oder in anderen Räumen verursacht. Die Tiere neigen dazu, in der Dachisolierung ganze Tunnelsysteme anzulegen und dadurch deren Unterspannbahn zu zerstören. Die damit verbundene Entstehung von Wärmebrücken, durch die warme Luft das Haus verlässt, führt zu steigenden Heizkosten und in kaum beheizten Räumen durch den Austritt von Wasser aus angebissenen Leitungen zur Bildung und rasanten Verbreitung von Schimmelpilzen. Da Marder im Dach und anderen Räumlichkeiten gerne Stromleitungen anbeißen, sind auch teure Schäden an elektrischen Anlagen weit verbreitete Folgen eines Befalls. Zudem begünstigen Löcher, die der Marder im Dach beim Ein- und Austritt durch das Verschieben von Dachziegeln verursacht, dass Wasser von außen ins Haus gelangt. Hat ein Marder in der Garage sein Versteck gefunden, werden die immer wieder festgestellten Kabelschäden am Auto zu einer erheblichen finanziellen Belastung und sind zudem mit einem hohen Sicherheitsrisiko verbunden. Daher ist es wichtig, schon bei ersten auffälligen Spuren auf dem Grundstück oder bei Vermutungen, dass sich ein Marder im Dach, Keller oder in der Garage eingenistet hat, konsequente Maßnahmen einer professionellen Marderabwehr zu setzen. Die meisten Hausratversicherungen übernehmen die Kosten nur wenn dies bei Vertragsabschluss explicit angegeben wurde.

Marder im Dach, was tun?

Hat ein Marder Dachboden, Keller oder andere Räumlichkeiten im Haus einmal in Beschlag genommen, werden ihn die betroffenen Hausbewohner nur schwer wieder los. Umso wichtiger ist es, in der Brutzeit, die in Mitteleuropa von März bis in den Spätsommer reicht, alle wenig genutzten Räumlichkeiten regelmäßig zu kontrollieren und auch auf Ansammlungen von Marderkot im Garten zu achten. Ist der Aufenthaltsort des Tieres im Haus bekannt, können gezielte und konsequente Maßnahmen den Marder vertreiben. Wichtig ist, seine Ruhezeit tagsüber zu stören, indem laute Musik gespielt wird. Auch mit Ultraschallgeräten und lautem Klopfen lässt sich ein Marder vertreiben, denn sie verleiden ihm die Nachtruhe und führen in vielen Fällen dazu, dass das Tier freiwillig das Haus verlässt. Hat ein weiblicher Marder im Dach oder Keller jedoch bereits geworfen und im Versteck die Brut zu versorgen, sind mit solchen Maßnahmen zur Marderabwehr Haus und Garten nur schwer von dem Befall zu befreien. Zudem geht von einem verlassenen Versteck starker Duft aus, der Artgenossen anlockt und dadurch eine Wiederbesiedelung begünstigt. Da die Tiere in vielen europäischen Ländern dem Jagdrecht unterliegen und dadurch nur von berechtigten Spezialisten beseitigt werden dürfen, sollten Marderschutz und -bekämpfung nur von einem Fachmann durchgeführt werden. Um kostspielige Schäden, die die Versicherungen meist nur zu einem geringen Anteil übernehmen, zu vermeiden, sollte bei ersten Vermutungen, dass sich ein Marder im Dach oder Keller aufhält, ein Fachmann zur Schädlingsbekämpfung kontaktiert werden. Dieser wird im Zuge der Begutachtung der Räumlichkeiten das Ausmaß des Befalls beurteilen und sofort gezielte Maßnahmen einleiten, um den Marder vertreiben und mit einer effektiven Marderabwehr Haus und Grundstück vor einem erneuten Befall schützen zu können.